Atemarbeitsanalyse

Die Atemarbeitsanalyse dient der Bestimmung der Veränderungen der Atemarbeit unter anderem bei einer chronischen pulmonalen Lungenerkrankung (COPD) . Die Atemarbeit ist als Energieverbrauch und somit als Sauerstoffverbrauch der Atemmuskulatur definiert, die zur Überwindung sowohl der elastischen als auch resistiven Widerstände der Atemwege notwendig ist.

Sowohl eine chronische als auch eine akute respiratorische Insuffizienz können zu einer gesteigerten Atemnot und zur Steigerung des Atemantriebes führen, die durch die Erhöhung der Atemarbeit (teil-)kompensiert werden können. Mit Hilfe dieses Kompensationsmechanismus verbleibt die Atmung über längere Zeit in einem physiologischen Bereich.

Indikationen (Anwendungsgebiete)

  • Schlafapnoe-Syndrome − Bei Schlafapnoe-Syndromen, die durch nächtliche Atemstillstände und hierdurch bedingte Tagesmüdigkeit gekennzeichnet sind, werden obstruktive, zentrale und gemischte Formen unterschieden. Als häufigste Form ist das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) zu nennen. Durch die Obstruktion der oberen Atemwege wird die Atemarbeit kurzfristig erhöht, was mit Hilfe der Atemarbeitsanalyse festgestellt werden kann.
  • COPD − Die COPD ist durch Husten, vermehrten Auswurf und Dyspnoe (subjektive Atemnot) bei Belastung gekennzeichnet. Eine vorliegende Obstruktion (teilweise oder komplette Verschluss des Lumens (Durchmesser) eines Hohlorgans bzw. eines Abschnittes von Gang- oder Gefäßsystemen) führt zu einer verstärkten Tätigkeit der Atemmuskulatur, die mit einer verstärkten Atemarbeit assoziiert ist.
  • Asthma brochiale − Analog zur COPD wird auch beim Asthma bronchiale eine Obstruktion der Atemwege hervorgerufen, die jedoch vollständig oder teilweise reversibel ist.
  • Kyphoskoliose − Bei der Kyphoskoliose liegt eine Seitenrotation parallel zu einer Rotation der Wirbelsäule vor. Durch die Verformung der Wirbelsäule ist zur Atmung eine erhöhte Atemarbeit notwendig, die mittels Atemarbeitsanalyse festgestellt werden kann.
  • Zystische Fibrose − Bei dieser Erkrankung, die auch als Mukoviszidose bezeichnet wird, tritt auf Grund eines Gendefektes ein zähflüssiges Sekret auf, das nicht von den feinen Härchen der Atemwege abtransportiert werden kann. Hierdurch kann neben dem Gefühl der Atemnot auch eine objektiv messbare Steigerung der Atemarbeit festgestellt werden.
  • Neuromuskuläre Erkrankungen − Als Beispiel für eine neuromuskuläre Erkrankung, die zu einer Steigerung der Atemarbeit führen kann, ist die Myasthenia gravis zu nennen.
  • Beatmete Patienten − in klinischen Studien konnte gezeigt werden, dass die Messung der Atemarbeit während des Weanings (Beatmungsentwöhnung) langzeitbeatmeter Patienten sinnvoll und notwendig sein kann. Das Verfahren dient sowohl zur Erkennung einer drohenden muskulär-respiratorischen Erschöpfung als auch dazu, eine verbesserte Gewöhnung der Atemmuskulatur zu erreichen.

Vor der Untersuchung

In Abhängigkeit von der zugrunde liegenden Erkrankung stellt die Atemarbeitsanalyse einen Teil der diagnostischen Methoden zur Evaluation des Schweregrades und der Belastung (Erschöpfung) der Atempumpe dar.

Das Verfahren

Die Bestimmung erfolgt heute rechnergestützt in einer nicht-invasiven Messtechnik, die den Patienten nicht mehr belastet.

Nach der Untersuchung

Die Analyse der Atemarbeit ermöglicht eine Beurteilung der Verbesserung aber auch der Progression (Fortschreiten) von Erkrankungen.

Als Folge der Messergebnisse müssen in Abhängigkeit von der vorliegenden Erkrankung gegebenenfalls zusätzliche therapeutische Maßnahmen veranlasst werden.